Naca 7

Während die österreichische Innenpolitik täglich dringender nach der Errichtung einer „Hall Of Shame“ mit großem Fassungsvermögen ruft, legt das Schwechater Quartett NACA 7 ein neues Album vor, das vor kreativer und musikalischer Energie strotzende „Hall Of Fame“.


Es ist das vierte Album einer Band, die ihre Musik gerne härter mag und macht – „it ain ́t what they call hardcore/it ain ́t what they call punkrock/it ́s just how we play rock ́n ́roll“ heißt es programmatisch in „It Ain ́t“ – und bringt mit seinen Songs all die Qualitäten von Naca 7, die schon ihr Debüt „Several Rea- sons To Die For“ (2003), „Barricades On Fire“ (2005) und „The Alliance Has Failed“ (2007) ausgezeichnet haben auf einen schwer zu überhörenden, höllisch fahrenden und Arsch kickenden Punkt.


ES-J (Stimme, Gitarre), Joe (Bass, Backing Vocals), Hoochi (Gitarre, Backing Vocals), 3arudl (Drums) ver- stehen es seit Jahren ebenso souverän und mit großer Leidenschaft „abzudrücken“, das heißt einen Konzertraum oder den Raum vor dem persönlichen Musikabspielgerät in einen Moshpit oder einen Headbangers Haven/Heaven zu verwandeln, wie sie es verstehen durch ihre gewachsene musikalis- che Raffinesse Songs wie „Rising Nation“ oder „Promise Me“ diesen speziellen, unwiderstehlichen Naca 7-Popappeal mitzugeben. Oder mit „Dance Through The Night“ gar einen Heavy Dancefloor-Killer zu liefern: „hottest girls, coolest drinks on the rocks / turn up the sound till they bounce, bounce to the beat.“


Die breite Palette der musikalischen Stilmittel und die Liebe zum Klang- und Arrangementdetail, mit der Naca 7 bei „Hall Of Fame“ zur Sache gehen ist beeindruckend, bei dem herrlich bluesrockenden „This Town“ gibt es eine Mundharmonika zu hören und die unverkennbare Stimme von Birgit Denk, einer langjährigen Freundin der Band. Der Sound von „Hall Of Fame“ ist dazu durchgehend eine kraftvolle und differenzierte Pracht.


Ebenso reichhaltig das Themen-Arsenal der neuen Songs, „ap/hc“, zu dem es ein wirklich schmuck- es Video mit beeindruckender Kopfnick-Choreographie gibt, beschwört die grundsätzlichen Haltungen des „Airport Hardcore“ („this life is so powerful“), andere Lyrics artikulieren pointiert die gerechte Wut auf die Verhältnisse (das großartige „All Against One“ oder das hymnische „Rising Nation“) und zeigen Naca 7 als wache, niemals zynische Chronisten einer aus den Fugen geratenen Welt („hear the news, the barricades are still on fire“). Mit „Sleep With Open Eyes“ macht sich die Band unerschrocken und mit erstaunlichen Ergebnissen das Balladenfach auf und nicht nur „Promise Me“ zeigt Gefühle, ganz ohne hohlen Pathos oder Kitsch. Den Spass am Leben haben NACA aber immer noch im Aug ́, davon spricht nicht nur das wunderbar hedonistische „Dance Through The Night“. Der zwingende Titelsong fühlt der Scheinwelt der Scheinwerfer-Gesellschaft mit Genuss und wohlgezieltem Spott auf den faulen Zahn: „It ́s a long way to the hall of fame and if you stumble there is no one left to blame“


Ganz ohne Scheiß haben NACA 7 schlicht (wieder!) eines der konsequent und durchgehend gelun- gensten Alben voller „harter“ und intelligenter Rock/Coremusik abgeliefert, das im Land mit dem A je gemacht wurde. (Lautes) Wort!

Shows: 

tba

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